PEP - Postexpositionsprophylaxe

Die HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP oder HIV-PEP) ist eine NOTFALLMASSNAHME, die nur unter ganz bestimmten Bedingungen in Frage kommt. Das Ziel der PEP ist es, nach einer HIV-Exposition das "Angehen" einer Infektion zu verhindern.

Die HIV-PEP besteht aus einer Kombination aus drei Medikamenten gegen HIV, die für eine Dauer von vier Wochen eingenommen wird. Diese Medikamente können (schwere) Nebenwirkungen haben. Eine HIV-Postexpositionsprophylaxe kann eine Infektion nicht sicher verhindern, ihr Schutzeffekt wird auf ca. 80 Prozent geschätzt.

Eine HIV-PEP muss schnell begonnen werden
Mit der Medikamenteneinnahme sollte im innerhalb von zwei Stunden, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach einer Exposition mit HIV begonnen werden. Theoretisch möglich ist eine PEP bis zu 72 Stunden nach Exposition, einige Kliniken halten den Beginn einer PEP nach über 48 Stunden aber nicht mehr für sinnvoll.

Wann wird eine HIV-PEP angeboten?
Nach ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr (z.B. Kondomunfall) mit einem/einer HIV-positiven Sexualpartner/in mit nachweisbarer oder unbekannt hoher Viruslast.
Nach ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr mit einem/einer unbekannten Sexualpartner/in nur dann, wenn eine Infektion des Sexualpartners /der Sexualpartnerin sehr wahrscheinlich ist.

Wer entscheidet, ob eine HIV-PEP sinnvoll ist?
Die Einschätzung, ob wirklich ein relevantes Risiko vorgelegen hat und ob eine HIV-PEP indiziert (angezeigt) ist, muss durch einen Arzt/eine Ärztin erfolgen.

Wo bekommt man eine PEP?
Am besten geht man in die Praxis des HIV-infizierten Partners. Wenn das nicht geht, in die eigene Arztpraxis. Wenn diese gerade nicht geöffnet hat (Nacht, Wochenende), geht man in die Notfallaufnahme (Erste Hilfe) einer Klinik.

Leider bieten nicht alle Kliniken eine HIV-PEP an. Sie finden deshalb hier eine Liste mit Kliniken, von denen die Deutsche AIDS-Hilfe anhand der Selbstauskunft der Kliniken weiß, dass sie rund um die Uhr eine Beratung leisten und eine HIV-PEP anbieten können. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Liste der uns bekannten Kliniken, die eine PEP anbieten.